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Gedicht

Töplitzer Sonnenlauf
(von Heinz Morio)

Die Sonne geht im Osten auf,
zu sehen an wolkenfreien Tagen.
Langsam beginnt sie ihren Insellauf,
ganz ohne Nebelschwaden.

Sie zieht so pö a pö entlang dem Firmament,
die Leester Heide hell erstrahlend blüht,
Der schwarze Berg, wie man ihn selten kennt,
zeigt sich in satten Grün.

Das Wolfsbruch glitzert leicht im Tau,
in des Morgens Früh,
der Fluss, die Havel, azurblau,
als gäbe er sich groß Müh.

Ich stehe da und schau wie gebannt,
hab so die Sonne über dem Mühlberg nie gekannt.
Von Phöben her, klingt ein Glöckchen leis,
freu dich Menschenkind, ist wohl sein Geheiß.

Auf den Breiten Wiesen grasen Kühe,
lustig springen die Kälbchen,
ganz Kaltenhausen liegt im Sonnenschein,
auf dem Weinberg, Reben und Wäldchen.

An den Erdlöchern in Göttin,
schleicht ganz leise die Katz,
das Mäuschen ist verschwunden,
zu Ende jetzt die Hatz.

Rehe äsen friedlich auf dem Feld,
die Vögel zwitschern munter,
ein Schuss knallend die Ruhe zerschellt,
die Sonne geht über dem Weinberg unter.

Die Nacht bricht an, die Sterne leuchten,
mein Herz ist warm vom Mondenschein.
Ich schaue in des Himmels Ferne,
und fühle mich dabei so frei.

Fröhlich ist mein weiter Blick,
zu Mond, Galaxien, Sterne.
Sinnend mir das Herz aufgeht,
Töplitz, ich hab dich gerne.